Panik in der Hauptstadt

Fulda verlassen wir also unerwartet pünktlich um 9:00, um den Semihöllenritt nach Berlin zu beginnen. Andere Luigi ersinnt den bierdurstigen Mann, der sich nurmehr zur Bestellung „Br! Btt!“ durchringen kann, was zum Hauptthema des Tages werden soll. Darüber hinaus verschwimmt die Erinnerung an die Fahrt in der bereits erwähnten Routine: Leben als Kilometerabriß. Sehr romantisch, sehr frei. Von unbefugter Seite werden jedoch zum ersten Mal Klagen über den Pfandminister laut, der es in letzten Tagen nicht geschafft hat, den klimpernden Kasten Kasseler Pils loszuwerden. Unverfroren!
Berlin selbst empfängt uns in aller Unübersichtlichkeit, und erneut erstaunt uns die bis dato immer entspannte Parksituation vor den International Motor Management / Music Head Quarters in der Brunnenstraße: Andere Luigi beweist seine exzeptionellen Fähigkeiten in Sachen „mit so‘n paar Zügen in die Parktasche“; dann kommt es innerhalb der Band zu Differenzen, wer das nun anstehende Interview bei MotorFM bestreiten soll. Das lästigste an dieser Combo ist tatsächlich die absolute Unlust jedes einzelnen an öffentlicher Selbstdarstellung. So bleibt die Promotionsarbeit erneut an Deniz und mir hängen, da Faul nach einem Kaffeelöffelangriff auf den Hund unseres Managers die Flucht ergreift und der König sich in seiner Erschöpfung ergeht.

Nach heiterer Runde bei Winson im Studio und einem weiteren Interview eiert das Herrenmobil zum Festsaal Kreuzberg. Dort gutes Catering. Dort Einladen. Sänger und Trommler öffnen erste Biere. Dort Soundcheck.
Holger Lüken erscheint auf dem Tapet, sofort kippt die Stimmung (Lüge).
Der letzte Stand des Vorverkaufs läßt sämtliche im Vorhinein geäußerten Sorgen bezüglich überdimensionierten Austragungsortes vergessen machen: neuer Rekord in der Herrenhistorie (Zahlen geheim). Gäste lassen sich blicken, so unser vormaliger Mischer Rob („Nu komm, hier so ne Leberpiepenbemme, genau’s rischd‘je für ne schöne Mugge!“), so ein höchstmotivierter Torsund Berkhardt (Name geändert), der am heutigen Abend praktischerweise eine dreimonatige Straight-Edge-Phase beendet! Zudem tauchen unsere Feinde von Frittenbude auf, ach, es ist ein Stelldichein der neuen deutschen Kumpelhaftigkeit. Anstatt uns über unsere Quertreiber zu freuen, rufen die drei Luigis das Motto des Abends aus. Es lautet: „Party, Party!“.
Nachdem die feinen Menschen von PEER ihr Set beendet haben, kämpfen wir uns ein letztes Mal durch die Massen zum WC, denn das einzige Manko am Festsaal ist das Fehlen eines Backstage-Klos.

(links im Bild: ehem. peters.-Schlagzeuger Andr. Hoff.)

Derartige Rappelvolligkeit des Ladens hat so wirklich niemand erwartet, und ein derart beeindruckendes Bild von der Bühne herunter hat sich unseretwegen auch noch nie geboten. Was soll man zum Konzert ausschweifig werden; es war eben phantastisch. Danke, Hauptstadt.
(Hier noch bewegte optische Eindrücke:)



Hernach trinken die Backstage-Aquirierten restlos die alkoholischen Reserven weg, während unsereins abbaut und den Bus einräumt.

Ab. Monarch. Saufen, bis der Arzt ankommt. Jui hö!